Dämonenwahl - Auf zum Tanz
Danja: Lieber Gott, warum sind die Dämonen am Morgen gerade so stark? Wie kann ich mit ihnen umgehen?
Gott: Guten Morgen liebe Danja. Ich grüße dich und freue mich sehr, dass du dich mir zuwendest. Wie geht es dir?
D: Eigentlich ganz gut. Aber da sind gerade so viele winzige Dinge, die mich aus der Ruhe bringen. Die mich sonst nicht aus der Ruhe bringen. Wie ein Ameisenhaufen an Mini-Problemen, der in mir wuselt. Irgendwie erkenne ich mich gar nicht wieder. Ich bin das nicht gewohnt, dass ich mir darüber so einen Kopf mache. Manchmal kommen Zweifel auf, ob ich nicht gerade Rückschritte mache. Als würde ich etwas, das ich schon mal konnte, verlernt haben. Und wenn ich über diese Angst dann auch noch beginne nachzudenken, verliere ich komplett den Zugang zu mir und das hasse ich. Da ist der Ofen aus. Ich fühl mich dann wie eine ausgequetschte Zahnpastatube.
G: Oh, das kann ich gut verstehen. Lass uns heute anders beginnen. Lass dich umarmen, du liebes Kind.
D: Echt? Geht das?
G: Na klar. Komm, leg dich einfach in meine Arme. Du kannst mir auch gerne von dieser Position aus zuhören. Wir können so miteinander sprechen.
D: Oh mein Gott, tut das gut. Da entspannt sich mein ganzes System!
G: Haha, du bringst mich zum Lachen, wenn du mich “Oh mein Gott” nennst!
Aber zurück zu deinem Erleben: Weißt du, manchmal sind genau das die wichtigsten Zeitpunkte, wo ihr glaubt, dass ihr „schlechter“ werdet. Weil du gerade dabei bist, etwas dass du schon kannst, nochmals auf einer tieferen, allumfassenderen Ebene zu lernen. Und dazu musst du deine Idee von “können” sterben lassen. Denn dein Können muss anders werden.
Also in deinem konkreten Beispiel: Du weisst ja kognitiv schon, dass dich die Probleme nicht aus der Ruhe bringen müssten, aber du kannst es gerade nicht so umsetzen, wie du es gewohnt bist. Das verwirrt dich. Dass es schlechter läuft, als “normal”. Das sind wichtige Phasen. Das Leben fordert dich auf, nicht zu versuchen, alles was aufgewirbelt ist, in ein Konzept zu pressen und es innerhalb dieses Konzeptes besser zu machen, als du es bis jetzt gemacht hast. Das ist gerade weit verbreitet und führt keinen Schritt voran. Wenn es zu viel wird, macht ihr meistens dasselbe. Ihr versucht mit dem Verstand eine Lösung zu basteln. Und ihr lasst euch allzu leicht überreden, wenn er euch erklärt, warum das jetzt unbedingt sein muss. Ihr wollt es “können” und werdet eng dabei.
Du willst doch Fülle oder? Dann unterscheide nicht mehr in gute oder schlechte Fülle. Nimm das was da ist und lass dich davon weiten. Und schau, was dann passiert. Lehn dich zurück und atme mit all dem, was sich in dir bewegt. Merke wenn du beginnst, nach etwas zu greifen und es festzuhalten. Lasse es los. Öffne immer wieder deine Hände. Vielleicht bemerkst du, dass wenn du die Hände wirklich spürst, da viel Spannung ist, sich vielleicht sogar Schmerz in ihnen zeigt. Spüre immer wieder für ein paar Atemzüge die Hände, liebkose sie mit deinem Atem und lasse los.
Wenn du diesen Schritt wagst, nicht mehr selbst bestimmen zu wollen, was zur Fülle gehört und was nicht, weißt du, dann wächst du so unglaublich schnell und weit und dehnst dich aus, dass es manchmal auch zu Wachstumsschmerzen kommen kann.
D: Ich spüre gerade, wie sich das Greifen aus meinen Händen löst. Das geht gut, weil ich in deinen Händen liege. Aber mich beschäftigen noch immer die Dämonen am Morgen. Warum sind sie so stark?
G: Was verstehst du genau unter Dämonen?
D: Richtig schlimme Gedanken, die mich in null Komma nix in den Abgrund ziehen und von denen ich überhaupt nicht sagen kann, woher sie kommen.
G: Ah. Ich verstehe. Sie sind am Morgen so stark, weil du aus dem Schlaf kommst. Im Schlaf ist dein Ego gewissermaßen tot, du weisst dann nicht, wer du bist. Und im Übergang zurück ins Ichkonstrukt, da siehst du ganz besonders gut, was unbewusst in dir arbeitet. Das was sonst übertüncht ist durch Tätigkeiten und Ablenkung. Das ist nicht nur deines, sondern hier ist auch viel Kollektives spürbar.
Und was machst du also mit dem Dämon?
Eigentlich ist es ganz einfach. Beginnen wir mit dem, was du nicht tust:
Du analysierst ihn nicht, bekämpfst ihn nicht und du fütterst ihn nicht.
Du musst verstehen, dass du ihn nicht verstehen musst. Auch nicht, wenn dir das Ego sagt, es wäre “spirituelles Verstehen.”
Du musst verstehen, dass er nicht weg sein muss, damit du dein Leben leben kannst.
Und du musst verstehen, dass du nicht denken und tun musst, was er sagt.
Du wählst.
D: Oh mein Gott!
G: Oh mein liebes Kind. Was ist denn?
D: Das hat mir ein Lehrer in meinen Zwanzigern auch gesagt und ich dachte, der ist ein bisschen gaga. Fand ich damals gar nicht sexy, den Gedanken, dass ich wählen kann, was ich denke. Da hat sich mein Ego aber voll aufgebäumt, von wegen, das kann ich doch nicht wählen. Die kommen halt einfach und dann gehen sie wieder, die Gedanken. Aber jetzt während des Gesprächs mit dir merke ich: Doch. Ich wähle meine Gedanken. Jeden einzelnen. Es ist hardcore. Echt hardcore. Dass er sich wie ankündigt und mich auf sich hinweist mit der Frage: Bist du dir sicher, dass du mich denken magst? Da ist eine Lücke, wenn ich darauf achte.
G: Das ist so genial, dass dir das auffällt. Du wählst mein Kind. Immer. Auch wenn du glaubst, nicht zu wählen, wählst du, durch die Illusion nicht zu wählen.
D: Also was tue ich mit dem Dämon? Jetzt habe ich nämlich gerade so richtig Bock, ihm zu begegnen!
G: Was hältst du von tanzen? Du tanzt mit seiner Energie. Er will dich bestimmte Dinge denken oder tun lassen und du entscheidest, die Energie umzulenken. Du merkst doch am Morgen, wie kraftvoll das ist, wenn du aufstehst und dich bewegst oder? Der Dämon will, dass du liegen bleibst und dir Gedanken machst. Auf seine Ebene kommst. Du aber stehst auf und bewegst dich. Wie stark ist er dann noch?
D: Gar nicht. Dann sieht er echt blaß aus. Steht in der Ecke und wird immer durchscheinender.
G: Ja genau! Du hast gewählt und diese Wahl ist essentiell. Mit jedem Mal wirst du stärker in dieser Wahl. Yes. Oh yes! Ich hoffe du hörst meinen Applaus. Würdest du ihn bekämpfen oder festhalten und analysieren wollen, würdest du versuchen, ihn aus der Zweiheit aufzulösen oder zu verscheuchen. Also du - da. Der Dämon - dort. Wenn du aber die Energie, die er dir sozusagen schickst, nimmst und sie in eine Richtung lenkst, die du wählst, hast du gewonnen. Du lässt dich nicht auf das Spiel “gut gegen böse” ein.
Also was machen wir mit den Dämonen am Morgen?
D: Mit ihnen tanzen!
G: Genau! Und wer führt?
D: Ich führe! Ganz klar!
G: Wie wunderbar! Spürst du, dass es keine Energie gibt, die dich runter ziehen kann, wenn du so agierst? Du nimmst was kommt und wandelst die Form, indem du der Energie Richtung gibst. Du zerfällst nicht in Angst, sondern gestaltest. Kein Dämon kann in einem Haus wohnen, in dem so gelebt wird.
Und hab keine Angst vor deinem Denken, mein Kind. Immer wieder werden sie an die Tür klopfen oder du merkst, hoppla, da sitzt ja einer auf der Couch. Aber du weisst, dass du immer wählen kannst. Du musst nicht tun, wozu sie dich auffordern. So stark bist du, liebes Menschenkind. So stark.
D: Ich liebe dich.
G: Ja. Ich dich auch, mein Kind. Ich dich auch.