Was ich dir gerne alles sagen würde

Was ich dir gerne alles sagen würde, doch es ist als wäre meine Kehle zugeschnürt.
Denn alles, was ich sagen würde, hätte das Potential dich und mich auseinander zu bringen. Weil es dir auf die Nerven geht, das, was ich zu sagen hätte. Es fordert dich heraus, über dich und dein Selbstbild hinauszugehen und deinen Horizont von Ich auf Wir zu richten.

Also spiele ich mit. Mit deiner Art zu reden, schnüre meine Stimme ab, weil ich Angst habe, was sie verursachen könnte, wenn ich sie erhebe. Meine Kraft wie eine Löwin ausdehne und sage: Schluß jetzt. Mit all dem Verstecken, dem Tänzeln, dem auf Drahtseilen zueinander laufen, um dann voneinander fortzulaufen. Ich will nicht, dass du mir sagst, wie ich sein muss, um in dein Bild von Weiblichkeit zu passen. Im zerbrochenen Spiegel deines Frauenbildes, erkennst du mich nicht. Und suchst und suchst und suchst, und findest nicht. Weil all das, was du in deinem Traumbild aufgebaut hast, eine Illusion ist. Geformt aus deinen Tränen.

Jede Beziehung, egal wie kurz oder lang sie dauert, hat das Potential uns in Entwicklung zu bringen. Man trifft sich, nicht um irgendwelche romantischen Traumbilder zu leben, sondern um durch Reibung und Commitment zur Reibung aneinander und miteinander zu wachsen. Wenn viel Liebe da ist, geht das. Und man ist bereit dafür, noch mehr Liebe ins Herz zu lassen. Den Raum zu öffnen für Transformation in Liebe - miteinander und durch einander.

Ich dachte du wärst bereit dafür.
So hat es sich anfangs angefühlt.
Du willst, dass ich die bin, die du am Anfang kennengelernt hast.
Doch du siehst nicht, dass ich mich niemals verändert habe.
Sondern du hast mich einfach besser kennengelernt.
Du sagst, man muss das ganze Paket nehmen.
Doch nimmst du nicht mich als Paket.
Du sagst soviel, während ich schweige.
Und ich rede manchmal so viel, und du bist überfordert.
Von mir.
Von dem, was es in dir bewegt.
Von dem, wozu es dich herausfordert.

Was ich dir gerne alles sagen würde. Doch ich verzweifle an der Gewissheit, dass du es niemals ganz verstehen wirst. Es ist als würde ich gegen eine Wand von aufgebauten männlichen Selbstbildern laufen, einem Ego, das sich nicht brechen lässt, gegen diesen Mann, der sich in seiner eigenen Hölle gefangen hält und gegen die ganze Welt kämpft. Da gibt es keinen Spalt für mich. Ich pralle ab. Weil du dich wehrst gegen mich und diese Liebe, die dich jagt, weil du sie suchst.

Was ich dir gerne alles sagen würde, doch du willst es nicht hören.
Und vielleicht dringen meine geschriebenen Zeilen an das innere Hören, das uns alle verbindet.

Du hast mir wehgetan. Nicht weil du wolltest, sondern weil es so ist.
Du willst, dass ich mir deine Liebe verdiene. Und ich weiß nicht einmal, wie das geht.
Ich will und mein Wollen macht deinen Widerstand umso größer.
Ich rufe deinen Namen und du siehst mich nicht.
Ich hab’s versucht, und doch war es zu wenig. Zu wenig Zeit vielleicht.
Du sehnst dich nach mir und weißt es nicht einmal.
Du willst, dass ich eine Königin bin.
Und was tut eine Königin, wenn der Mann in ihrem Leben kein König ist?

Sie geht. Weil sie müde geworden ist.
Sie entscheidet sich für sich. Weil das die einzige Option ist, die uns bleibt, um uns selbst zu retten. Sie flüstert liebevoll in dein Herz “Leb wohl, Geliebter” - es ist vorbei. Denn hier bei dir, werde ich meine eigene Freiheit verlieren.

Was ich dir gerne alles sagen würde?
Ich liebe dich.
Doch manchmal, da reicht die Liebe nicht.
Und trotzdem liebe ich dich.
Für immer.

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