Manchmal bleiben Menschen einfach so hier

Manchmal bleiben Menschen einfach so hier.

Die Erinnerung an sie verfolgt dich ein Leben lang.
Und obwohl du sie nicht mehr siehst, sind sie da. 
Sie bleiben als Gefühle im Herzen, ihre Augen tief eingebrannt in den Bildern deiner Gedanken, das Echo einst gesprochener Worte hallt ewig nach und auch eine bebende Traurigkeit darüber, dass man sich nah war aber niemals ganz nah ran gekommen ist. 

Manchmal bleiben Menschen einfach so hier.

Du hast sie nie dazu eingeladen, aber sie tun es. Auch ohne deine Erlaubnis. Als Geister aus der Vergangenheit, die sich in Träumen zeigen und auch an manchen melancholischen Tagen aus den Nebeln des Vergessens auftauchen. Auch wenn sie kein Teil mehr deines Lebens sind, sind sie da. Etwas nagt und zieht an dir, so als würde sich ein Erkennen offenbaren wollen, etwas das aus dem Unbewussten empor dringt, um sich zu erlösen, dich zu erlösen, eure verdammte Liebe zu erlösen. 

Manchmal bleiben Menschen einfach so hier.

Über viele Leben hindurch, begleiten sie dich. Du weißt nicht wieso und noch weniger verstehst du es. Aber tiefe Emotionen durchströmen deinen Körper obwohl es für sie keinen realen Grund gibt. Diese Menschen, die bleiben, sie sind ein Teil von dir. Sie triggern dich tief, obwohl sie nicht da sind. Die Liebe, die du für sie hast, ist zerreissend und doch unmöglich. Geister, die du fangen willst, doch deine Hand gleitet durch ihren Schatten. Es ist ein Teufelskreis mit diesen Menschen, diesen Lieben. Es tut weh und gleichzeitig spürst du, dort liegt der Eintrittspunkt in deine volle Kraft. 

Du musst nur diesen einen Schritt gehen und dich ihnen zuwenden. Den Geistern der Vergangenheit. Auch wenn es eng ist im Körper, und der Schmerz aus allen Hautporen fliesst, liegt der erste Schritt in der Annahme, das manchmal Menschen einfach so bleiben. Nicht weil es besonders schön ist, sondern weil es besonders weh tut. Dich an sie zu erinnern, ihrem Gesicht in deinen Gedanken eine Form zu geben, das Feuer der Reibung zu spüren das die imaginäre Berührung zwischen euch in dir auslöst. Diese Menschen, die bleiben, zeigen uns, dass Realität und Traum manchmal eins sind. Dass ihr imaginäreres Da sein eine Wahrheit ist, die dir durch Mark und Bein geht. So richtig fühlbar in allen Zellen deines Seins. Dein Kopf versteht es nicht, doch dein Körper kennt die Wahrheit. Zwischen euch. Der Körper weiß, was zu tun ist, zwischen euch. 

Schreibe aus dem Körper.
Jetzt.
 

Vergebung. 
Lust. Zerstückelung. Wut. Erlösung.
Roter Wein, der auf nackte Körper fliesst.
Feuer auf der Haut.
Lust im Becken. Auf dich. Und das Sterben in den Flammen dieser Liebe. 
Den Drang alles in dir und mir zu zerstören, damit wir endlich leben können. 
So frei und rein wie Kinder, die wir einst waren. 
Es ist eine Katharsis in deinen Armen zu liegen, und dabei meinen scheiternden Selbsthass zu spüren. Alles in mir sterben zu lassen, was mich quält, im Kelch unserer Liebe. Dort, wo alles Gift zu Gold wird. 
Sind wir aneinander gebunden, verbunden?
Haben wir uns aneinander gekettet, um einander nie wieder loszulassen?
So viel Liebe, das sie uns wahnsinnig gemacht hat.

Wieso bleibst du einfach so?
Wieso verschwindest du nicht in das Land der Fantasie, woher du gekommen bist?
Wieso quält du mich so?

Wieso bleiben Menschen einfach so hier?
Vielleicht.
Damit wir lernen
Was Liebe ist. 


Atme ein paar Atemzüge ins Herz. Bis du das Gefühl hast, das du deinem Geist einen Platz im Herzen gegeben hast. Nun hole dir einen Menschen vor dein Herz, der einfach so bleibt. Verbinde dich über das Herz mit ihm. Atmet ein bisschen gemeinsam. Fühle aus dieser energetischen Realität heraus, was echt ist zwischen euch. Und nun schreibe. Über dich und diesen Menschen, der einfach so hier bleibt. Ganz nah bei dir.

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